Glasstraße Bayerischer Wald mit Kindern: Glasbläser, Workshops und Staunen
Glasstraße Bayerischer Wald mit Kindern: Glasbläser-Workshops, Joska Bodenmais und Tipps für den Tagesausflug.
Die Glasstraße: Eine der spannendsten Familienrouten im Bayerischen Wald
Glas hat den Bayerischen Wald über Jahrhunderte geprägt. Die Region war eines der wichtigsten Zentren der europäischen Glasherstellung, und diese Tradition lebt bis heute in Dutzenden von Manufakturen, Galerien und Erlebniswerkstätten weiter. Die Glasstraße verbindet diese Orte auf einer Route von rund 250 Kilometern und führt durch einige der schönsten Ecken der Region.
Für Familien mit Kindern ist die Glasstraße ein Volltreffer. Statt staubiger Museumsvitrinen erwarten Euch hier glühende Öfen, geschickte Glasbläser bei der Arbeit und Workshops, in denen Eure Kinder selbst Hand anlegen dürfen. Von Waldmünchen aus erreicht Ihr die Highlights in Bodenmais und Zwiesel in etwa 60 bis 70 Minuten mit dem Auto.
Joska Bodenmais: Das Glasparadies für Familien
Wenn Ihr nur einen einzigen Stopp an der Glasstraße machen könnt, dann sollte es Joska in Bodenmais sein. Das Joska Glasparadies ist weit mehr als ein Werksverkauf. Auf einem weitläufigen Gelände findet Ihr eine beeindruckende Kombination aus Glaskunst, Shopping, Gastronomie und Erlebnisangeboten für Kinder.
Glaskunst zum Anfassen und Staunen
Das Herzstück von Joska ist die gläserne Erlebniswelt. Hier könnt Ihr den Glasbläsern direkt bei der Arbeit zusehen. Durch grosse Fenster beobachtet Ihr, wie aus glühenden Glasklumpen in wenigen Minuten feine Vasen, Figuren und Trinkgläser entstehen. Für Kinder ist das faszinierend, denn sie sehen in Echtzeit, wie ein Handwerker mit Hitze und Geschick aus einem formlosen Tropfen etwas Wunderschönes formt.
Im angeschlossenen Glasmuseum erfahrt Ihr mehr über die Geschichte der Glasherstellung im Bayerischen Wald. Die Ausstellung ist anschaulich gestaltet und auch für jüngere Kinder verständlich.
Der Abenteuerspielplatz bei Joska
Was Joska für Familien besonders attraktiv macht: Direkt auf dem Gelände gibt es einen grosszügigen Abenteuerspielplatz. Während die Erwachsenen noch durch die Galerien und den Werksverkauf schlendern, können die Kinder draussen klettern, rutschen und toben. Es gibt ausserdem einen kleinen Tierpark mit Ziegen und Hasen, der bei den jüngsten Besuchern besonders gut ankommt.
Plant für Joska mindestens zwei bis drei Stunden ein. Mit Spielplatz, Glasbläser-Vorführung und einer Pause im Biergarten wird daraus schnell ein halber Tag.
Praktische Infos Joska Bodenmais
Das Gelände ist ganzjährig geöffnet, in der Regel täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr. Der Eintritt auf das Gelände ist kostenlos. Parkplätze stehen direkt vor Ort in ausreichender Zahl zur Verfügung und sind ebenfalls kostenfrei. Das gesamte Gelände ist kinderwagentauglich.
Zwiesel: Glasstadt mit Tradition
Etwa 15 Minuten von Bodenmais entfernt liegt Zwiesel, eine der traditionsreichsten Glasstädte im Bayerischen Wald. Hier dreht sich seit über 500 Jahren alles um Glas, und das spürt Ihr an jeder Ecke.
Glasmuseum Zwiesel
Das Glasmuseum in der Innenstadt zeigt die Entwicklung der regionalen Glaskunst vom Mittelalter bis heute. Die Sammlung umfasst filigrane Trinkgläser, farbige Kunstobjekte und historische Werkzeuge. Kinder ab etwa 6 Jahren finden die Abteilung mit den alten Werkzeugen und Blasrohren besonders spannend, weil sie dort verstehen, wie viel Handarbeit in jedem einzelnen Glas steckt.
Gläserne Scheune
Ein echtes Highlight ist die Gläserne Scheune am Ortsrand von Zwiesel (genauer: im Ortsteil Viechtach/Rauhbühl). Hier hat der Glaskünstler Rudolf Schmid eine alte Scheune komplett mit Glasmalereien und Glasobjekten verwandelt. Die riesigen, leuchtenden Glaswände erzählen Geschichten aus dem Bayerischen Wald. Kinder sind von den Farben und Lichteffekten begeistert. Der Eintritt ist frei, und ein Besuch dauert etwa 30 bis 45 Minuten.
Selber Glasblasen: Das Highlight für Kinder
Der absolute Höhepunkt für Kinder ist die Möglichkeit, selbst eine Glaskugel oder ein kleines Ornament zu blasen. Mehrere Werkstätten entlang der Glasstraße bieten Mitmach-Workshops an, bei denen Kinder unter Anleitung eines erfahrenen Glasbläsers ihr eigenes Glasstück herstellen dürfen.
So funktioniert es
Ein Glasbläser bereitet den glühenden Glasposten vor und übergibt dann das Blasrohr an das Kind. Unter genauer Anleitung pustet das Kind vorsichtig in das Rohr und formt so eine Kugel oder ein kleines Gefäss. Anschliessend wird das Stück langsam abgekühlt. Die fertigen Werke könnt Ihr in der Regel am nächsten Tag abholen oder sie werden Euch per Post zugeschickt.
Alter und Sicherheit
Die meisten Werkstätten empfehlen ein Mindestalter von 5 Jahren. Die Kinder arbeiten nicht direkt am heissen Ofen, sondern nur mit dem Blasrohr unter ständiger Aufsicht. Die Kosten liegen je nach Werkstatt zwischen 10 und 25 Euro pro Glasstück. Reserviert am besten vorab, besonders in den Ferienzeiten und an Wochenenden.
Wo könnt Ihr Glaskunst selbst ausprobieren?
In Bodenmais bietet die Austen Glasmanufaktur regelmässig Familien-Workshops an. In Zwiesel ist die Glasmanufaktur von Poschinger eine gute Adresse. Fragt am besten vor Eurem Besuch telefonisch nach den aktuellen Workshop-Zeiten, denn die Termine variieren saisonal.
Geschichte des Glases im Bayerischen Wald
Die Glasherstellung im Bayerischen Wald reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Zwei Dinge machten die Region zum idealen Standort: Die riesigen Wälder lieferten das Holz für die Schmelzöfen, und der Quarzsand aus den Bergen war ein perfekter Rohstoff für die Glasproduktion.
In der Blütezeit gab es Hunderte von Glashütten im Bayerischen Wald. Die Glasmacher waren hoch angesehene Handwerker und lebten oft in abgelegenen Waldsiedlungen direkt bei ihren Öfen. Viele Ortsnamen in der Region erinnern noch heute an diese Zeit: Hüttenschlag, Glasberg, Kristallhütte.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gingen viele kleine Hütten ein, aber einige Manufakturen überlebten und pflegen die Tradition bis heute. Die Glasstraße wurde 1997 als touristische Route ins Leben gerufen, um dieses Erbe sichtbar zu halten und den Besuchern zugänglich zu machen.
Tagesausflug planen: So macht Ihr das Beste daraus
Ein Tagesausflug von Waldmünchen zu den Glas-Highlights lässt sich gut strukturieren. Hier ein Vorschlag für Familien:
Vormittag in Bodenmais
Fahrt morgens los (Abfahrt gegen 9 Uhr) und startet bei Joska. Schaut den Glasbläsern zu, lasst die Kinder auf dem Spielplatz toben und nehmt Euch Zeit für die Glasgalerien. Gegen Mittag gibt es im Joska Biergarten oder in einem der Restaurants in Bodenmais eine Stärkung.
Nachmittag in Zwiesel
Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Zwiesel (15 Minuten Fahrt). Besucht das Glasmuseum oder die Gläserne Scheune und plant einen Workshop ein, bei dem die Kinder ihre eigene Glaskugel blasen können. Am späten Nachmittag fahrt Ihr entspannt zurück nach Waldmünchen.
Parkplätze und Anfahrt
Sowohl in Bodenmais als auch in Zwiesel gibt es ausreichend kostenlose Parkplätze in der Nähe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Strecke von Waldmünchen führt über die B22 und die B85 durch hügelige Waldlandschaft. Die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis, denn Ihr durchquert dabei einige der schönsten Abschnitte des Bayerischen Waldes.
Weiterlesen
Noch mehr Bayerischer Wald entdecken
Die Glasstraße ist nur eines von vielen Ausflugszielen, die Ihr von Waldmünchen aus bequem erreicht. In unserem Bayerischer Wald Guide findet Ihr weitere Tipps für Wanderungen, Naturerlebnisse und Familienausflüge in der Region.
Das Sonnenhotel Bayerischer Hof in Waldmünchen ist Euer perfekter Ausgangspunkt für Erkundungstouren entlang der Glasstraße und darüber hinaus. Nach einem Tag voller funkelnder Eindrücke wartet ein gemütliches Familienzimmer auf Euch.
Jetzt Euren Familienurlaub in Waldmünchen planen und direkt buchen.